Innere Strukturen sichtbar machen – durchstrahlend und präzise
Die Röntgenprüfung basiert auf der unterschiedlichen Durchlässigkeit von Materialien gegenüber ionisierender Strahlung. Dabei wird das Bauteil mit Röntgen- oder Gammastrahlung durchstrahlt. Die Strahlung wird abhängig von Werkstoffdichte, Materialstärke und inneren Unregelmäßigkeiten unterschiedlich stark abgeschwächt.
Hinter dem Bauteil befindet sich ein Detektor – beispielsweise ein Film, ein digitaler Flachdetektor oder ein Speicherfoliensystem –, der die durchgetretene Reststrahlung aufnimmt. Bereiche mit höherer Materialdichte absorbieren mehr Strahlung und erscheinen auf dem Bild heller, während Bereiche mit geringerer Dichte oder Hohlräumen dunkler dargestellt werden.
Befindet sich im Inneren des Bauteils eine Fehlstelle wie ein Lunker, eine Porosität oder ein Bindefehler, verändert diese lokal die Strahlungsabsorption. Dadurch entsteht im aufgenommenen Bild ein Kontrastunterschied, der Rückschlüsse auf Lage, Größe und Form der Unregelmäßigkeit ermöglicht.
Die Bildauswertung erfolgt anhand definierter Bewertungsmaßstäbe, Vergleichskörper oder vertraglich vereinbarter Kriterien. Je nach Prüfaufgabe kommen unterschiedliche Strahlungsquellen, Energiebereiche und Belichtungsparameter zum Einsatz, um eine ausreichende Bildqualität und Prüfsicherheit zu gewährleisten.
Die Röntgenprüfung ermöglicht somit eine zweidimensionale Abbildung des inneren Bauteilzustands und ist insbesondere bei Gussteilen, Schweißnähten und komplexen Geometrien ein etabliertes volumetrisches Prüfverfahren.

